Warum unsere Galloways kaum einen Tierarzt brauchen
Robust, ursprünglich und erstaunlich unkompliziert
„Habt ihr eigentlich den Tierarzt gewechselt?“
Diese Frage stellte uns unser Tierarzt eines Tages.
„Nein“, antwortete ich.
Der Grund war ein ganz anderer:
Wir führten früher einen Milchbetrieb. Damals gehörte der Tierarzt regelmässig zum Hofalltag. Als wir jedoch auf unsere Belted Galloways umstellten, veränderte sich vieles – auch das.
Wir merkten, wie selten wir den Tierarzt überhaupt noch brauchten. Nicht, weil wir weniger genau hinschauten oder Probleme ignorierten. Sondern weil unsere Tiere schlicht seltener krank wurden.
Natürlich braucht auch heute ab und zu einmal ein Tier tierärztliche Hilfe. Wenn etwas ist, handeln wir sofort. Das Tierwohl steht für uns immer an erster Stelle.
Trotzdem ist der Unterschied zur Milchviehhaltung enorm.
Mit den Galloways versuchen wir, unseren Tieren ein Leben zu ermöglichen, das ihrer Natur möglichst nahekommt.
Denn wir sind überzeugt: Gesundheit beginnt nicht erst dann, wenn ein Tier krank wird. Sie entsteht viel früher, mit einer artgerechten Haltung, natürlichem Futter, möglichst wenig Stress und einem geschlossenen Kreislauf auf unserem Hof.
Unsere Belted Galloways sind keine Hochleistungstiere. Sie wurden nicht darauf gezüchtet, möglichst viel Milch oder möglichst schnelles Wachstum zu liefern. Sie sind robuste, ursprüngliche Rinder, die bestens an ein Leben in der Natur angepasst sind.
Und genau darin liegt ihr grosses Plus.

Die Rasse macht den Unterschied
Galloways gehören zu den robusten Rinderrassen. Über viele Generationen wurden sie auf Anpassungsfähigkeit und Gesundheit gezüchtet – nicht auf Höchstleistungen.
Sie besitzen breite Klauen, stabile Gelenke und ein dichtes Fell, das sie zuverlässig vor Kälte, Wind und Regen schützt.
Ob Regen, Schnee oder Wind – unsere Galloways kommen damit bestens zurecht.
Sobald der erste Schnee fällt und die Weiden kein Futter mehr bieten, verbringen unsere Galloways den Winter im Stall mit viel Auslauf. Auch an sehr heissen Sommertagen ziehen sie sich gerne in den kühlen Stall zurück. Sobald im Frühling das Gras wieder wächst und die Bedingungen passen, geht es wieder hinaus auf die Weide – genau dorthin, wo sie am liebsten sind.

So viel Weide wie möglich
Vom Frühling bis in den Herbst verbringen unsere Tiere den grössten Teil ihrer Zeit auf der Weide.
Dort können sie grasen, laufen, ruhen und sich so verhalten, wie es für Rinder ganz natürlich ist.
Im Winter sieht die Situation anders aus. Sobald Schnee liegt, wächst kein Gras mehr. Dann füttern wir hochwertiges bio Heu aus eigener Produktion.
Unser Grundsatz ist einfach:
Draussen, wenn die Natur es zulässt. Geschützt, wenn es sinnvoll ist.
Diese natürliche Haltung bringt viele Vorteile mit sich. Bewegung, frische Luft und Sonnenlicht stärken das Immunsystem. Atemwegserkrankungen treten deutlich seltener auf und die Tiere bleiben fit.
Futter, das zur Kuh passt
Unsere Galloways fressen genau das, wofür Wiederkäuer gemacht sind:
- frisches Gras
- verschiedene Kräuter
- Heu
Auf Kraftfutter, Soja oder Mais verzichten wir bewusst.
Der Verdauungsapparat einer Kuh ist darauf spezialisiert, Gras in hochwertiges Eiweiss umzuwandeln. Genau das macht Kühe so faszinierend: Sie können für uns Menschen unverdauliches Gras in wertvolle Lebensmittel verwandeln.
Diese natürliche Ernährung sorgt für eine gesunde Pansenfunktion, eine stabile Verdauung und weniger Stoffwechselprobleme.
Deshalb gilt für uns:
Eine natürliche Ernährung ist die beste Gesundheitsvorsorge.
Kühe können für uns Menschen unverdauliches Gras in wertvolle Lebensmittel verwandeln.
Langsames Wachstum statt Leistungsdruck
Unsere Galloways dürfen langsam wachsen.
Und genau das ist gut so.
Sie müssen nicht in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewicht zulegen. Ihr Körper bekommt die Zeit, die er für eine gesunde Entwicklung braucht.
Das führt zu stabilen Knochen, gesunden Organen und einer natürlichen körperlichen Entwicklung.
Gesundheit lässt sich nicht beschleunigen.
Sie braucht Zeit.
Gesunde Herde dank eigener Nachzucht
Ein Punkt, der oft vergessen geht, ist unser geschlossener Betriebskreislauf.
Alle unsere Tiere stammen aus der eigenen Nachzucht. Wir kaufen keine fremden Tiere zu.
Das hat mehrere Vorteile.
Unsere Herde bleibt ruhig und stabil. Gleichzeitig vermeiden wir das Risiko, Krankheitserreger oder Parasiten von anderen Betrieben einzuschleppen. Jeder Tierzukauf bringt immer auch ein gewisses Gesundheitsrisiko mit sich.
Für uns ist der geschlossene Kreislauf deshalb ein wichtiger Baustein für eine gesunde Herde.

Unsere Kälber kommen dann zur Welt, wenn es die Natur vorgesehen hat
Auch der Zeitpunkt der Geburt ist kein Zufall.
Unsere Kälber werden ausschliesslich zwischen Mai und September geboren – also während der warmen Jahreszeit.
Im Winter ist der Infektions- und Erregerdruck deutlich höher. Deshalb möchten wir keine neugeborenen Kälber in dieser besonders empfindlichen Phase haben.
Bis der nächste Winter kommt, sind unsere Kälber bereits einige Monate alt. Sie konnten den Sommer auf der Weide verbringen, frische Luft geniessen und Schritt für Schritt ein starkes Immunsystem entwickeln.
Für uns ist das eine natürliche und sinnvolle Art, Kälber aufzuziehen.
Manchmal hat sich die Natur eben schon etwas dabei gedacht.

Natürliche Widerstandskraft statt Dauerbehandlung
Unsere Sicht auf die Tiergesundheit wurde auch durch unsere sechs Jahre in Neuseeland geprägt. Dort verbrachten die Milchkühe das ganze Jahr draussen – Ställe gab es keine. Die Kälber kamen bereits nach wenigen Wochen aus dem Kälberstall auf die Weiden.
Wir erinnern uns noch gut daran, wie erstaunt wir waren. Bei Wind, Regen und Kälte standen die Kühe draussen und manchmal wünschten wir ihnen einen Stall. Gleichzeitig konnten wir beobachten, wie viel Bewegung, frische Luft und natürliche Bedingungen zur Gesundheit der Tiere beitrugen.
Diese Erfahrungen begleiten uns bis heute. Auch bei unseren Galloways setzen wir auf natürliche Haltungsbedingungen, möglichst wenig Stress und ein starkes Immunsystem.
Das bedeutet aber nicht, dass wir weniger aufmerksam sind – ganz im Gegenteil.
Wir beobachten unsere Tiere täglich ganz genau. Wir achten auf ihr Fressverhalten, ihre Bewegungen und ihr Verhalten innerhalb der Herde. So erkennen wir früh, wenn etwas nicht stimmt.
Wir behandeln jedoch nicht vorsorglich, wenn es keinen Grund dafür gibt. Nicht jede kleine Veränderung braucht sofort Medikamente. Der Körper kann erstaunlich viel selbst regulieren, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt.
Wenn ein Tier Hilfe braucht, handeln wir selbstverständlich. Weniger Medikamente und weniger Eingriffe sind für uns nicht das Ziel, sondern das Ergebnis einer Haltung, die sich an der Natur orientiert.
Natürlich werden auch unsere Tiere einmal krank oder verletzen sich
Natürlich läuft auch bei uns nicht immer alles nach Plan.
Manchmal humpelt ein Galloway, weil er beim Herumtoben auf der Weide eine Sehne oder ein Bein verletzt hat. Es kann vorkommen, dass ein Kalb bei der Geburt Fruchtwasser eingeatmet hat und dadurch Probleme bekommt. Und wir erinnern uns an einen nassen Frühling. Der aufgeweichte Boden belastete die Klauen und aussergewöhnlich viele Kühe wurden lahm.
Medikamente gehören dann selbstverständlich dazu, wenn sie dem Tier helfen.
Genau das ist die Realität.
Robust bedeutet nicht, dass Tiere nie krank werden oder sich nie verletzen. Es bedeutet, dass sie unter guten Bedingungen seltener gesundheitliche Probleme haben und sich oft aus eigener Kraft gut erholen können.
FAZIT
Gesundheit ist kein Zufall
Dass unsere Galloways kaum einen Tierarzt brauchen, ist kein Glück.
Es ist das Ergebnis vieler bewusster Entscheidungen, die ineinandergreifen.
Wir setzen auf eine robuste Rasse, eine artgerechte Haltung, natürliches Futter, möglichst wenig Stress und einen geschlossenen Betriebskreislauf mit ausschliesslich eigener Nachzucht. Unsere Kälber kommen im Sommer zur Welt, wenn die Bedingungen für einen gesunden Start ins Leben besonders gut sind.
Unser Ziel ist nicht, Krankheiten möglichst gut zu behandeln.
Unser Ziel ist, Bedingungen zu schaffen, unter denen Krankheiten möglichst selten entstehen.
Gesundheit beginnt nicht beim Tierarzt.
Sie beginnt auf der Weide – mit Respekt vor dem Tier, Vertrauen in die Natur und vielen kleinen Entscheidungen, die jeden Tag den Unterschied machen.



